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Wer wird die USA in den Schatten stellen?

WASHINGTON, D.C.: Laut Voltaire fiel das Römische Weltreich, „weil alles fällt“. Dem lässt sich, als allgemeine Aussage über den Niedergang, schwer widersprechen: Nichts hält ewig. Aber es hilft einem nicht viel weiter. Wenn man etwa über die amerikanische Dominanz in der heutigen Welt nachdenkt, wäre es schön, zu wissen, wann sich dieser Niedergang ereignen wird und ob die USA irgendetwas tun können, um das Unvermeidliche zu verzögern.

Zeitgenössische Kommentatoren verzweifelten am Römischen Reich schon viele hundert Jahre vor seinem schließlichen Zusammenbruch. Könnten die USA einen Weg finden, ihr Bestehen in ähnlicher Weise zu verlängern?

Einen wichtigen Beitrag dabei, der Diskussion dieses Problems eine grundlegende Struktur zu geben, leistet Arvind Subramanians neues Buch Eclipse: Living in the Shadow of China’s Economic Dominance. (Anmerkung: Subramanian und ich sind Kollegen am Peterson Institute for International Economics und haben in der Vergangenheit bei anderen Fragen zusammengearbeitet.)

Insbesondere hat Subramanian einen Index für wirtschaftliche Dominanz entwickelt, der überall dort, wo über Änderungen bei der weltweiten wirtschaftlichen Führung nachgedacht wird, zu einem Gesprächsfokus werden sollte. Man muss nichts von Ökonomie verstehen, um von diesem Buch fasziniert zu sein: Es geht dabei, schlicht und einfach, um Macht.