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Wer hat Angst vor dem Klimawandel?

KOPENHAGEN – Stellen Sie sich vor, in den nächsten 70 oder 80 Jahren würde eine riesige Hafenstadt, zum Beispiel Tokio, durch einen um bis zu 5 m ansteigenden Meeresspiegel im Meer versenkt. Millionen von Einwohnern wären bedroht, genauso wie Infrastruktur in einem Wert von Billionen von Dollar.

Diese furchtbare Aussicht ist genau das, woran die Evangelisten der Erderwärmung denken, wenn sie warnen, man müsse „groß angelegte Präventivmaßnahmen ergreifen, um die menschliche Zivilisation wie wir sie kennen zu schützen“. Die Rhetorik mag extrem klingen, aber sie ist bei einem derart hohen Einsatz durchaus gerechtfertigt. Wie können wir ohne eine riesige, gut koordinierte globale Anstrengung einen Anstieg des Meeresspiegels in dieser Größenordnung in den Griff bekommen?

Tatsächlich haben wir es bereits getan und tun es gerade jetzt auch. Seit 1930 hat eine übermäßige Grundwasserentnahme dazu geführt, dass Tokio um 5 m abgesunken ist, die niedrigsten Teile der City sind in einigen Jahren sogar um die 30 cm gesunken. Andere Städte wie Tianjin, Shanghai, Osaka, Bangkok oder Jakarta sind im vergangenen Jahrhundert auf ähnliche Weise abgesunken. In allen Fällen konnte die Stadt sich vor diesem enormen Anstieg des Meeresspiegels schützen und ist weiter gediehen.

Der springende Punkt ist nicht, dass wir die Erderwärmung ignorieren können oder sollten. Der Punkt ist, dass wir uns vor übertriebenen Vorhersagen hüten sollten. Oft stellt sich heraus, dass schrecklich klingende klimatische und geographische Veränderungen sich als kontrollierbar – und in einigen Fällen sogar als harmlos herausstellen.