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Tektonische Verschiebungen im Nahen Osten

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Zwar ist es noch viel zu früh, um nach dem „arabischen Erwachen“ den „Neuen Nahen Osten“ beschreiben zu können, aber eine fundamentale Veränderung steht schon heute fest: Gleich, ob die Demokratisierung gelingt oder am Ende sich doch wieder das Militär und autoritäre Regierungsformen durchsetzen werden, alle werden nicht mehr ohne Rücksicht auf die Mehrheitsstimmungen in den beteiligten Völkern regieren können.

Durch diese Veränderung werden sich die außenpolitischen Parameter des Nahostkonflikts verändern, und zwar in seinen beiden Dimensionen als israelisch-palästinensischer und israelisch-arabischer Konflikt. Diese haben sich seit den Friedensverträgen mit Ägypten und Jordanien und der Oslo-Vereinbarung mit den Palästinensern über Jahrzehnte hinweg, trotz mehrerer Kriege im Libanon und Gaza und dreier Intifadas in den besetzten Gebieten, als erstaunlich stabil erwiesen. Das wird sich jetzt ändern.

Der Auslöser dieser nahöstlichen Plattentektonik war das arabische Erwachen, aber die Akteure sind mitnichten auf die arabische Welt oder den engeren Raum des Nahostkonflikts beschränkt: