Wenn „Souveränität“ die globale Gesundheit gefährdet

NEW YORK – Hier ist ein Begriff, von dem Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben: „Virensouveränität“. Diese gefährliche Idee wurde uns durch Indonesiens Gesundheitsminister Siti Fadilah Supari zuteil, der behauptet, dass tödliche Viren das souveräne Eigentum einzelner Nationen sind – obwohl sie Grenzen überqueren und für alle Völker der Welt eine pandemische Gefahr darstellen könnten. Die politischen Machthaber auf der ganzen Welt sollten dies zur Kenntnis nehmen – und drastische Schritte ergreifen.

Die große Mehrheit der Fälle von Vogelgrippe in den letzten vier Jahren, sowohl bei Menschen als auch bei Geflügel, ist in Indonesien aufgetreten. Laut Weltgesundheitsorganisation sind dort mindestens 53 Typen des H5N1-Vogelgrippevirus bei Hühnern und Menschen aufgetreten.

Dennoch hat Indonesien seit 2005 Proben von lediglich zwei der über 135 Menschen, von denen eine Infektion mit H5N1 bekannt ist (und von denen 110 gestorben sind), an die WHO weitergeleitet. Es kommt noch schlimmer, Indonesien setzt die WHO nicht mehr zeitnah in Kenntnis von Ausbrüchen der Vogelgrippe oder menschlichen Krankheitsfällen. Seit 2007 widersetzt sich die indonesische Regierung offen den internationalen Gesundheitsvorschriften sowie vielen anderen WHO-Verträgen, die Indonesien unterzeichnet hat.

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