0

Was ist aus der Gehaltsversicherung geworden?

Eine Menge öffentlicher Aufmerksamkeit und Besorgnis wird neuerdings den neuen Risiken gewidmet, die Globalisierung und Informationstechnologie für unsere Gehälter und unseren Lebensstandard bedeuten. Eine konstruktive Diskussion neuer Ideen freilich, wie man diesen Risiken begegnen könne, ist erheblich seltener. Tatsächlich könnte es sein, dass wir, was die Umsetzung einiger dieser Ideen angeht, dabei sind, den Schwung von vor ein paar Jahren zu verlieren.

Sicher, wir sympathisieren nach wie vor mit jenen, die bei Eintritt in die mittleren Jahre oder auch später erleben müssen, dass ihr Arbeitsplatz an geringer bezahlte Arbeiter in anderen Teilen der Welt oder sogar einen Computer oder Roboter geht. Aber werden wir auch etwas gegen diese Risiken tun?

Eine neue Idee – vor ein paar Jahren scheinbar der letzte Schrei – ist die „Gehaltsversicherung“. In ihrer damals in Umlauf gebrachten Form war es eine einfache Idee: Der Staat würde die Menschen vor dem Risiko schützen, bei Verlust des Arbeitsplatzes keine neue Arbeit mit gleichem Gehalt zu finden. Ein staatliches Versicherungsprogramm würde diesen Menschen für einen festgelegten Zeitraum wie etwa zwei Jahre einen Teil – sagen wir, die Hälfte – der Differenz zwischen dem alten Gehalt und dem Gehalt in der neuen Stelle zahlen.

Die Idee wurde zuerst von Robert Z. Lawrence und Robert Litan in ihrem 1986 erschienenen Buch Saving Free Trade geäußert undim Jahre 2001 in einem von Litan und Lori Kletzer verfassten Artikel wieder aufgegriffen. Der Vorschlag stieß auf Interesse. In 2002 wurde in den USA ein Demonstrationsprogramm verabschiedet, und im selben Jahr empfahl die Hartz-Kommission eine Variante davon in Deutschland. In Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und Irland wurden Gehaltsversicherungsprogramme aktiv diskutiert oder tatsächlich in irgendeiner Form umgesetzt.