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Was man vom 44. Präsidenten erwarten sollte

NEW YORK: Kampagnen, egal ob politischer oder militärischer Art, werden geführt, um gewonnen zu werden, und der aktuelle US-Präsidentschaftswahlkampf ist keine Ausnahme. Der demokratische und der republikanische Kandidat tun, was sie können, um sich in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl von einem unbeliebten amtierenden Präsidenten und voneinander abzugrenzen.

Aus gutem Grund konzentriert sich die Aufmerksamkeit in starkem Maße auf die außenpolitischen Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten, die in vielen Bereichen sowohl offensichtlich wie beträchtlich sind. Trotzdem sind einige Ähnlichkeiten zwischen ihnen erkennbar – teils, weil einige ihrer Meinungsverschiedenheiten weniger ausgeprägt sind, als es den Anschein hat, und teils, weil die Beschränkungen, vor denen der nächste Präsident der USA steht, dem, was jeder von beiden im Amt tun kann, mit Sicherheit Grenzen setzen werden.

Man denke an den Irak, das umstrittenste Thema in der amerikanischen Politik der letzten fünf Jahre. Barack Obama verweist regelmäßig darauf, dass die Entscheidung für den Krieg zutiefst mit Makeln behaftet war; John McCain betont, wie sehr sich die Dinge seit Anfang 2007, als die USA die Zahl ihrer Soldaten erhöhten und ihre Strategie revidierten, zum Positiven gewendet haben. Man könnte es dem Beobachter nachsehen, wenn er dächte, dass beide von zwei völlig verschiedenen Konflikten reden.

Doch wie wird sich die Zukunft darstellen? Egal, wer im November gewinnt: Klar ist, dass der Irak die US-Außenpolitik in den kommenden Jahren nicht im gleichen Maße bestimmen wird wie in den letzten Jahren. Wir treten ein in die postirakische Ära der amerikanischen Außenpolitik. Folgerichtig nimmt die US-Militärpräsenz ab. Die Fragen, in denen beide Kandidaten unterschiedlicher Ansicht sind, betreffen Timing und Tempo dieser Truppenreduzierung, nicht in ihre allgemeine Richtung.