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Was passiert mit der US-Volkswirtschaft?

CAMBRIDGE, MASS.: Das Wachstum in den USA hat sich zuletzt drastisch verlangsamt, und die Wahrscheinlichkeit eines neuerlichen Wirtschaftsabschwungs steigt mit jeder neuen Datenrunde. Dies ist eine steile Änderung gegenüber der wirtschaftlichen Situation zum Jahresende – und stellt eine Rückkehr zu jenem sehr schwachen Wachstum dar, wie wir es seit Beginn der Erholung im Sommer 2009 erleben.

Das Wirtschaftswachstum während der ersten drei Monate des Jahres 2010 war nicht nur schwach, sondern wurde zudem durch eine Auffüllung der Lagerbestände statt durch den Verkauf an Kunden oder andere Formen des Endabsatzes geprägt. Das letzte Quartal 2010 brachte dann eine willkommene Wende: Die Konsumausgaben stiegen mit einer Jahresrate von 4%, genug, um das reale BIP vom dritten zum vierten Quartal um 3,1% ansteigen zu lassen. Die Wirtschaft schien ihrer Abhängigkeit von der Auffüllung der Lagerbestände entkommen zu sein.

Diese günstige Entwicklung führte dazu, dass private Konjunkturbeobachter und staatliche Stellen für 2011 ein anhaltend starkes Wachstum vorhersagten, bei dem ein Anstieg bei Produktion, Beschäftigung und Einkommen zu weiteren Zunahmen bei den Konsumausgaben und einem selbsttragenden Aufschwung führen sollten. Eine auf ein Jahr beschränkte Senkung der Lohnsteuer um zwei Prozentpunkte sollte diese günstige Entwicklung absichern.

Leider blieb die prognostizierte Erholung bei den Konsumausgaben aus. Der Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise fiel höher aus als der Zuwachs bei den Nominallöhnen, was im Januar zu einem Rückgang des durchschnittlichen Wochenverdienstes führte, während der fortdauernde Rückgang der Eigenheimpreise das Vermögen der Mehrzahl der Haushalte reduzierte. Die Realausgaben beim privaten Verbrauch stiegen daher im Januar lediglich um rund 1% – ein deutlicher Rückgang gegenüber der 4%igen Zunahme des Vorquartals.