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Brexit, Trump, Le Pen – ein realistisches Worst-Case-Szenario

BERLIN – In den Jahren 2016 und 2017 werden in führenden Nationen der westlichen Welt Entscheidungen getroffen werden bzw. sind bereits getroffen worden, die den „Westen“, so wie man ihn seit Jahrzehnten kennt, fundamental verändern würden.

Erstens der Brexit, d. h. der Austritt Großbritanniens aus der EU; zweitens die amerikanische Präsidentschaftswahl – wird Donald Trump am Ende doch gewählt? Und drittens, entscheidet sich Frankreich im Frühjahr 2017 für eine Präsidentin Marine Le Pen und damit gegen Europa?

Noch vor einem Jahr hätte man allein das Aufwerfen dieser Fragen als absurd und völlig irreal bezeichnet. Heute muss man ehrlicherweise eingestehen, dass ein solches Worst-Case-Szenario zwar nicht so kommen muss, aber durchaus so kommen kann.

Trump als Präsidentschaftskandidat der Republikaner, eine Mehrheit in Großbritannien für den Brexit, beides galt über lange Zeit hinweg als unmöglich. Nun, wir wurden mittlerweile eines Besseren belehrt. Offensichtlich sind die Fundamente der westlichen Welt – Europa, Transatlantismus und Westbindung – ins Rutschen geraten, ohne dass die möglichen Konsequenzen davon bisher wirklich wahrgenommen wurden.