Beschäftigungsschutz, Besitztrennung und effektive Wertpapiermärkte

Ein wichtiger Unterschied zwischen den verschiedenen Formen der Marktwirtschaft ist das Ausmaß , in dem der Besitz großer Unternehmen vom laufenden Geschäfts management getrennt ist . Was bringt Unternehmenseigner dazu , ihre Kontrolle über das Geschäft bereitwillig an professionelle Manager abzutreten ? Diese Frage stellt sich immer dringender , wenn wirtschaftlich starke Nationen - als auch viele Übergangs- und Entwicklungsländer - bestrebt sind , die stabilen Wertpapiermärkte zu schaffen , die zur Steigerung von Investitionen , Produktivität und Wachstum notwendig sind .

Eine Trennung zwischen Unternehmensbesitz und Management sowie effektive Wertpapiermärkte üben eine wechselseitig stärken de und stabilisieren de Wirkung aus . D ie dem zu grunde liegende Theorie ist einfach und überschaubar : Wenn Firmenchefs im stande sind , sich durch Die bstahl zu bereichern , werden weiter entfernt angesiedelte Besitzer keine Aktienanteile kaufen . Die in Kontinent ale uropa vorherrschende n formalistischen Zivilrechtssystem e liefern angeblich nur unzureichenden Schutz , weshalb der Besitz konzentriert bleibt . Im Gegensatz dazu ermächtigen die bürgerlichen Rechtssysteme in den angelsächsischen Ländern die Richter dazu , erweiterbare Regelungen der Vermögensverwaltung von Fall zu Fall flexibler auszulegen und dadurch rechtliche Präzedenzfälle zu schaffen , die für Manager bindend sind .

Doch dies ist als Erklärung nicht ganz ausreichend . Vor dem Ersten Weltkrieg entwickelten die auf dem Zivilrecht beruhende n Länder Europas Wertpapiermärkte genauso schnell wie die USA und Großbritannien . Und tatsächlich entstanden Aufsichtsbehörden wie die US Securities and Exchange Commission SEC ( Aufsichtsbehörde für den US- Finanz - und Wertpapiersektor ) deshalb , weil die Fürsorgepflicht im Common-Law-System (Fallrecht, das auf Präzedenzen beruht ) weiter entfernten Besitzern keinen ausreichenden Schutz gewährte .

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