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Wasser für alle

In diesem Monat steht Wasser beim vierten Weltwasserforum in Mexiko-Stadt wieder im Mittelpunkt. Es ist der richtige Moment: Während die Welt einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit auf die Frage der Energieversorgung und -sicherheit richtet, sehen hunderte Millionen von Menschen in den Entwicklungsländern die Frischwasserversorgung und -sicherheit als ebenso wichtig an, wenn nicht wichtiger.

Umfragen der Weltbank in Entwicklungsländern zeigen, wenn man Arme nach den drei wichtigsten Anliegen fragt, die sie beschäftigen, wird „Gesundheit“ immer genannt. Und ein entscheidender Faktor dafür, ob sie gesund oder krank sind, ist der Zugang zu sauberem Wasser.

Über eine Milliarde Menschen auf der Welt verfügen derzeit nicht darüber. Infolgedessen sind sie in zunehmendem Maße anfälliger für Krankheiten. Die Weltbank schätzt, dass bis 2035 drei Milliarden Menschen, fast alle in den Entwicklungsländern, unter starkem Wasser-Stress leiden werden, besonders wenn sie in Afrika, im Nahen Osten oder in Südasien leben. Das dadurch verursachte Elend ist offensichtlich, doch wird auch das Wirtschaftswachstum gebremst, auf das Millionen von Menschen angewiesen sind, um der Armut zu entkommen.

In Lateinamerika haben ungefähr 15 % der Bevölkerung – etwa 76 Millionen Menschen – keinen Zugang zu sicherem Wasser, und 116 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Für Afrika und Teile Asiens sind die Zahlen noch schlechter.