0

Ein arabischer Jean Monnet wird gebraucht

Der Nahe Osten ist ohne jeden Zweifel eine der gefährlichsten Krisenregionen der Welt. Hinter jeder Ecke kann bereits der nächste Krieg, Terroranschlag oder die nächste Friedensinitiative lauern. Verglichen mit der Politik in dieser Region ist eine Fahrt in der Achterbahn richtiggehend beruhigend.

Und dennoch ist der Nahe Osten zugleich auch eine Region, die sich durch seine zahllosen Konflikte hindurch kaum verändert hat und in einer merkwürdigen Bewegungslosigkeit verharrt. Es muss ein innerer Zusammenhang zwischen der mangelnden Entwicklungsdynamik der meisten Gesellschaften im Nahen Osten und der Krisenanfälligkeit dieser Region bestehen.

Der israelisch-palästinensische Konflikt steht hier beispielhaft für die Statik dieser geopolitisch zentralen Region. Denn er scheint alle weltpolitischen Umbrüche unverändert zu überdauern. Die Osmanen, die Briten, die Dekolonisierung, der Kalte Krieg, zahlreiche US-Präsidenten und noch mehr internationale Vermittler kamen und gingen, aber an den Parametern dieses Konflikts und seiner blockierten Lösung scheint sich nichts zu ändern.

Dieser für die Vergangenheit richtige Eindruck kann sich jedoch für Zukunft als trügerisch erweisen. Denn auch diese Region wird von zwei globalen Megatrends tief greifender verändert werden, als es bisher die vielen politischen Krisen oder gar Kriege vermocht hatten.