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Warten auf Obama

Es ist die Jahreszeit der asiatischen Treffen. Der Gipfel der Organisation der südostasiatischen Staaten (ASEAN) in Thailand Ende Oktober hat alle wichtigen Akteure Asiens zusammengebracht. Mitte November treffen sich fast alle von ihnen in Singapur wieder beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC), zu dem auch andere führende Politiker aus der Pazifikregion sowie US-Präsident Barack Obama anreisen.

Gipfel sind ein Zirkus mit vielen Manegen und Akronymen. Beim ASEAN-Gipfel trafen die 10 Südostasien-Führer ihre Kollegen aus China, Japan und Südkorea. Diese 13 Länder kamen dann wiederum mit Indien, Australien und Neuseeland zusammen.

Etwa 42 Abkommen wurden Berichten zufolge bei dem Treffen verfasst. Dabei ging es um unterschiedliche Themen: von ungeklärten Handels- und Wirtschaftsfragen bis hin zur Schaffung einer Menschenrechtskommission. Nicht schlecht für einen Gipfel, von dem manche befürchteten, er würde überhaupt nicht stattfinden: Ein früheres Treffen, das für April in Bangkok vorgesehen war, wurde von Demonstranten gestört – „Rothemden“, die den gestürzten thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra unterstützen.

Was Obama angeht, wird dieser zunächst Japan besuchen und dann, während er der APEC-Konferenz beiwohnt, auch am ersten US-ASEAN-Gipfel teilnehmen. Danach fährt er nach China und Südkorea. Welche zusätzliche Dimension könnte der amerikanische Präsident bei seinem ersten Besuch der Region einbringen?