Die Identitätskrise europäischer Universitäten

MADRID – Das Hochschulwesen in Europa befindet sich in einem Zustand tiefer Verunsicherung. Welchen Schwerpunkt sollen Universitäten wählen – Forschung, Berufsausbildung oder soziale Inklusion? Sollten Regierungen stärker in Hochschulbildung investieren, um langfristiges Wirtschaftswachstum zu untermauern? Sollten Universitäten allein im Wettbewerb auf einem internationalen Bildungsmarkt um ihr Überleben (oder Nicht-Überleben) konkurrieren?

Inmitten der Debatten über ihre zukünftige Rolle dürfen die europäischen Universitäten ihre spezifischen Identitäten, ihre Traditionen und ihre soziale Zweckbestimmung nicht aus den Augen verlieren. Das wird nicht leicht. Hochschulleitungen sind Druck von oben – ausgehend von europäischen Institutionen und nationalen Regierungen – und von ihren eigenen Wissenschaftlern, Lehrkräften und Studenten ausgesetzt.

Hinzukommt, dass die Rahmenbedingungen der Debatte verschwimmen. Einerseits halten sich Universitäten an seit langem bestehende Vereinbarungen mit Regierungen; andererseits sehen sie sich eifrigen Reformern gegenüber, die marktorientierte Lösungen anstreben, die das Gewicht auf Wettbewerb unter den Einrichtungen legen, die die Mobilität von Dozenten und Studenten fördern und auf studierendenzentriertes Lernen Wert legen.

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