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Facebooks Auslandskatastrophen

CHICAGO – „Der hässliche Amerikaner“, der Titel eines Romans von Eugene Burdick und William Lederer aus dem Jahr 1958, ist zum Inbegriff für rüpelhafte amerikanische Beamte im Ausland geworden, die versucht haben, das Leben der dortigen Menschen zu verbessern, ohne sich die Mühe zu machen, etwas über ihre Sprache, Kultur oder Bedürfnisse zu lernen. Viele dieser hässlichen Amerikaner, meist Politiker oder Regierungsbeamte beider Parteien, glaubten, sie müssten – auf der Grundlage idealisierter Versionen amerikanischer Werte wie Demokratie, Marktwirtschaft und Menschenrechte – nur simple Patentrezepte anwenden, um traditionelle Konfliktgebiete wie Afghanistan oder den Irak in westlich orientierte Konsum-Utopien zu verwandeln. Natürlich haben sie diesen Ländern damit mehr geschadet als genützt.

Heute ist der hässlichste aller Amerikaner kein Politiker, sondern ein Privatbürger – Mark Zuckerberg, der CEO von Facebook. Dafür, dass sein Konzern die amerikanische Politik und Kultur massiv beeinflusst hat, wurde er immer wieder kritisiert. Weniger Aufmerksamkeit erhielt Facebooks Einfluss auf ausländische Märkte, die Zuckerberg skrupellos erobert hat – offensichtlich ohne sich darum zu kümmern, welche Folgen es für traditionell instabile Länder mit schwachen Institutionen haben würde, dort solche massiven sozialen Experimente durchzuführen.

2015 tat sich Zuckerberg mit dem Musiker Bono zusammen, um für ein Menschenrecht auf Internetzugang zu werben. Der übliche Glaube der amerikanischen Unternehmenselite, ihr wirtschaftliches Eigeninteresse führe gleichzeitig zum Wohl der Welt, offenbarte sich dabei in Form eines Lobgesangs auf den Cyberspace, den das Duo für die New York Times schrieb:

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