Der Verlust der militärischen Innovation in den USA

NEW YORK – Die Vereinigten Staaten laufen Gefahr, ihren militärischen Vorsprung einzubüßen. Amerikas Streitkräfte sind vielleicht noch immer die modernsten der Welt; schließlich geben die USA mehr als doppelt so viel für militärische Forschung und Entwicklung aus wie die Großmächte Frankreich und Russland und neun Mal mehr als China und Deutschland.  Dennoch ist es bei weitem nicht sicher, ob Amerika seine Führungsrolle im Technologie-Bereich beibehalten wird.

Seit 2005 hat das US-Verteidigungsministerium die Ausgaben für F&E um 22 Prozent gekürzt. Als Teil einer Vereinbarung ordnete  der US-Kongress im Jahr 2013 automatische Ausgabenkürzungen im Ausmaß von etwa 1,2 Billionen Dollar an, um eine Machtprobe hinsichtlich der Schuldenobergrenze abzuwenden. Dieser Schritt, der eine Verringerung der Ausgaben für zahlreiche Programme, einschließlich vieler Initiativen im Bereich der Verteidigungsforschung erforderte, wurde von Präsident Barack Obamas Administration als „zutiefst destruktiv für die nationale Sicherheit” bezeichnet. Unter einer fortgesetzten Schwächung der Innovationskraft im Verteidigungsbereich würden nicht nur die amerikanischen Verteidigungskapazitäten leiden, vielmehr liefe das Land selbst Gefahr hinsichtlich wirtschaftlicher Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ins Hintertreffen zu geraten.   

Haushaltspolitische Beschränkungen zählen zu den größten Herausforderungen hinsichtlich der militärischen Bemühungen der USA, ihren technologischen Vorsprung beizubehalten. Besonders stark betroffen sind dabei die Armee und die für Raketenabwehr zuständige Missile Defense Agency, deren F&E-Ausgaben sich seit 2005 beinahe halbiert haben. Das Forschungsbudget der Navy wurde um etwa 20 Prozent gekürzt und die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) – also jene Organisation, die mit der Sicherstellung der technologischen Überlegenheit des US-Militärs beauftragt ist – musste Kürzungen der F&E-Ausgaben um 18 Prozent hinnehmen. Sogar die Air Force, deren Forschungsbudget traditionell eine Priorität des Kongresses darstellte, war gezwungen, ihr Budget um etwa 4 Prozent zu senken.

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