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Die neue Weltmachtkonkurrenz und der Nahe Osten

BERLIN – Unser Jahrzehnt scheint ganz im Schatten der globalen Wiederkehr der Konkurrenz der Weltmächte zu stehen. Wenig ist so gefährlich für den Weltfrieden wie diese Konkurrenz von Weltmächten. Drei Weltkriege (zwei heiße und ein kalter) haben diese Gefahr im 20. Jahrhundert zwischen 1914 und 1989 vor aller Augen demonstriert. Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Selbstauflösung der Sowjetunion schien diese Konkurrenz ein für alle Mal vorbei zu sein. Es sollte sich als einer der folgenschwersten Irrtümer der an Irrtümern so reichen Zeit des Übergangs nach dem Ende des Kalten Krieges erweisen.

Weder war das von der politischen Elite der USA angenommene globale Imperium, jener unilaterale Moment der Vereinigten Staaten, von Dauer, noch gar der vor allem von Europäern erwartete „ewige Frieden“ nach jenem behaupteten „Ende der Geschichte 1989“ und dem Sieg der liberalen westlichen Demokratie nebst Marktwirtschaft.

In jenen Jahrzehnten seit dem Ende des Kalten Krieges setzte sich ganz im Gegenteil ein zunehmender Ordnungsverlust international durch. Die letzte verbliebene Weltmacht, die USA, erschöpfte ihre Kräfte in unsinnigen Kriegen im Zweistromland und am Hindukusch und zog sich mehr und mehr auf sich selbst zurück.

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