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Die COVID-Blase

NEW YORK – In der US-Wirtschaft hat eine K-förmige Erholung begonnen. Wer einen stabilen Vollzeitjob hat, zusätzliche Arbeitgeberleistungen erhält und über ein Finanzpolster verfügt, dem geht es gut, da die Aktienmärkte neue Höhen erklimmen. Wer arbeitslos ist oder einen schlechtbezahlten Teilzeitjob als Arbeiter oder im Dienstleistungsgewerbe hat – das neue „Präkariat“ –, der hat Schulden, kaum Finanzvermögen und sieht sich schwindenden wirtschaftlichen Aussichten gegenüber.

Diese Trends lassen eine wachsende Abkopplung zwischen Märkten und Realwirtschaft erkennen. Die neuen Höchststände an den Aktienmärkten bringen den meisten Menschen gar nichts. Die unteren 50% der Vermögensverteilung halten bloße 0,7% des gesamten Aktienbestands, während die obersten 10% zusammen 87,2% halten und das oberste 1% volle 51,8%. Die 50 reichsten Amerikaner haben genauso viel Vermögen wie die ärmsten 165 Millionen.

Die steigende Ungleichheit folgte auf den Aufstieg der großen Technologieunternehmen (Big Tech). Für jeden Arbeitsplatz, den Amazon schafft, gehen drei Arbeitsplätze im Einzelhandel verloren, und eine ähnliche Dynamik gibt es auch in anderen von den Technologieriesen dominierten Sektoren. Doch sind die heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belastungen nichts Neues. Aufgrund der Stagnation der realen (inflationsbereinigten) Medianeinkommen sowie steigenden Lebenshaltungskosten und wachsenden Erwartungen an die Konsumausgaben sind finanzschwache Arbeitnehmer schon seit Jahrzehnten nicht mehr in der Lage, finanziell mitzuhalten.

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