refugee aid Louisa Gouliamaki | Stringer via Getty Images

Nicht nachhaltige Entwicklungsziele?

OXFORD – Von 2000 bis 2015 konzentrierte man sich mit den Millenniums-entwicklungszielen (MEZ) auf die weltweite Armut und verbesserte die Zukunftsaussichten der Menschen in manchen der ärmsten Länder der Welt. Die neuen globalen Zielsetzungen - bekannt als nachhaltige Entwicklungsziele (SDG) - sollen auf diesem Fortschritt aufbauen und nicht nur die Armut beseitigen, sondern auch eine Reihe anderer Herausforderungen in Angriff nehmen wie etwa die Verbesserung des Zugangs zu Bildung und den Umweltschutz. Doch diesmal ist man mit erheblichen Gegenwind konfrontiert.  

Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen wie die Flüchtlingskrise im Nahen Osten komplizieren die Situation staatlicher Haushalte und mancher Regierungspläne. Rohstoffpreise sowie Investitionen in den Schwellenländern – Faktoren, die den Fortschritt der MEZ förderten – sind ebenfalls von einem Rückgang betroffen. Ohne mutige Innovationen wird sich die neue Entwicklungsagenda alles andere als nachhaltig gestalten.

Derzeit werden die Hilfsbudgets der wichtigen Geberländer stillschweigend umgeschichtet. In den meisten Geberländern erfolgt diese Umleitung von Hilfsgeldern, um den Ansturm von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten, insbesondere aus Syrien, zu bewältigen. Überdies hat die Flüchtlingskrise auch innenpolitische Prioritäten verändert. In Schweden werden mittlerweile etwa 30 Prozent der Hilfsgelder für ankommende Flüchtlinge verwendet. In der Schweiz beträgt der entsprechende Wert 20 Prozent.

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