Die alles entscheidende Wahl in der Ukraine

Die politische Landschaft der Ukraine ist kein einheitliches Gelände. Unsere Wähler haben nicht die Möglichkeit, bei der einen Wahl in eine Richtung zu gehen und bei der nächsten in die andere, ohne dabei fürchten zu müssen, den Boden unter ihren Füßen zu verlieren. Die Ukrainer leben politisch gesehen vielmehr an einem Abgrund: entweder auf der einen oder der anderen Seite einer großen Kluft.

Vor einem Jahr wagten die Ukrainer einen Ausblick auf das unbekannte Territorium jenseits der Kluft und fanden Demokratie und die Aussicht auf offenere und ehrlichere Wirtschaftsbedingungen. Mit der Demokratie wird allerdings ein schlampiger Umgang gepflegt. Nachdem manches Versprechen unserer Orangen Revolution von Präsident Viktor Juschtschenko auf die lange Bank geschoben oder verleugnet wurde, könnte es nun sein, dass sich die Ukrainer bei der für 26. März anberaumten Parlamentswahl aus Enttäuschung darüber für eine Rückkehr zu einer korrupten und autokratischen Herrschaft entscheiden.

Die Alternativen – für mein Land, für Russland und für Europa – sind klar. Von den drei führenden Wahlbündnissen, die einander herausfordern, bemühen sich jene Kräfte, die die Orange Revolution unterstützten, um eine moderne und demokratische Zukunft unseres Landes. Der andere Block steht für die fast sichere Rückkehr der Ukraine in die freudlose und elende Isolation – vielleicht der Anfang vom Ende unserer hart erkämpften Unabhängigkeit.

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