Skip to main content

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated Cookie policy, Privacy policy and Terms & Conditions

Entscheidung für Demokratie in der Ukraine

Ganz unvermittelt steht die Ukraine wieder vor einer Entscheidung mit trüben Aussichten: Soll sie Regierung und Parlament entlassen und Neuwahlen abhalten oder zusehen, wie die Unabhängigkeit des Landes Stück für Stück aufgegeben wird? Auch wird wieder von gewalttätigen zivilen Unruhen berichtet. All das sollte uns nicht überraschen, angesichts der Tatsache, wie unsere korrupten Machthaber systematisch zu regionalem und ethnischem Hass aufwiegeln.

Einige meinen, die Entscheidung von Präsident Viktor Juschtschenko diese Woche, die Regierung des Premierministers Viktor Janukowitsch zu entlassen, sei ungerechtfertigt gewesen. Sie haben Unrecht: Juschtschenkos Maßnahmen waren notwendig, weil die Regierung Janukowitsch, das Gesetz eindeutig missachtend, einen Verfassungsputsch vorbereitete, der den Präsidenten seiner verbliebenen Kontrollmacht über Armee und Polizei beraubt hätte. Der Präsident musste entweder jetzt handeln, oder die Ukraine wäre zu der absoluten Herrschaft krimineller Clans zurückgekehrt, die vor unserer Orangenen Revolution 2004 bestand.

Ich war mit Juschtschenkos Entscheidung, Janukowitsch nach der Parlamentswahl im letzten Jahr zum Premierminister zu ernennen, nicht einverstanden. Dass ein demokratisch gesinnter Präsident ausgerechnet mit dem Mann eine Kohabitation (wie es die Franzosen nennen) eingeht, der versucht hat, die letzten Präsidentschaftswahlen in der Ukraine zu sabotieren, würde – so wusste ich – zu einer institutionellen Lähmung und zu politischem Chaos führen. Und genau das ist geschehen.

We hope you're enjoying Project Syndicate.

To continue reading, subscribe now.

Subscribe

Get unlimited access to PS premium content, including in-depth commentaries, book reviews, exclusive interviews, On Point, the Big Picture, the PS Archive, and our annual year-ahead magazine.

https://prosyn.org/63I9TQIde;
  1. lhatheway7_Claudio Santistebanpicture alliance via Getty Images_ECBFedLagardePowell Claudio Santisteban/picture alliance via Getty Images

    Restoring Central Banks’ Credibility

    Larry Hatheway

    The old central-bank playbook of slashing interest rates to spur consumption, investment, and employment has become less effective since the 2008 financial crisis. Yet without effective tools and the public's confidence, central banks will be unable to rise to the occasion when the next recession arrives.

    0
  2. fischer163_action press-PoolGetty Images_natoflagsoldiers Action Press-Pool/Getty Images

    The Day After NATO

    Joschka Fischer

    French President Emmanuel Macron has drawn criticism for describing NATO as brain dead and pursuing a rapprochement with Russian President Vladimir Putin. But now that a wayward America could abandon the continent at any moment, Macron's argument for European defense autonomy is difficult to refute.

    9