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Warum die Ukraine Waffen braucht

MÜNCHEN – In diplomatischen Kreisen und unter außenpolitischen Beobachtern ist es schon fast zu einem Mantra geworden, dass es für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine keine militärische Lösung gibt. Der einzig gangbare Weg in Richtung Frieden und Stabilität, so die Beobachter fast einstimmig, sei die Diplomatie. Doch die trotz des jüngst in Minsk verkündeten Waffenstillstandsabkommens anhaltende Gewalt - die an der gewaltsamen Vertreibung der ukrainischen Truppen aus der Stadt Debalzewo sichtbar wird - belegt in aller Deutlichkeit, dass es an der Zeit ist, zu prüfen, wie man eine vom Kreml diktierte militärische Lösung verhindern kann.

Drei einflussreiche amerikanische Denkfabriken haben sich dieser Frage bereits gewidmet und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Vereinigten Staaten beginnen sollten, die Ukraine nicht nur mit weiteren nicht letalen Verteidigungskapazitäten zu versorgen – wie etwa Drohnen, bewaffneten Humvees und medizinischer Ausrüstung – sondern ihr auch mit „tödlichen Verteidigungswaffen“ in Form leichter Panzerabwehrraketen beizustehen. Die europäischen Regierungen zeigen sich allerdings weiterhin nicht bereit, ihre Position hinsichtlich der Lieferung von Verteidigungsausrüstung an die Ukraine zu überdenken. Vielmehr bekräftigte man, dass eine diplomatische Lösung die einzige Option sei.

Aus ukrainischer Perspektive ist eine direkte militärische Konfrontation mit Russland natürlich keine praktikable Lösung. Im letzten Jahr, als bei den separatistischen Kräften im Donbass unter der Last einer ukrainischen Gegenoffensive Auflösungserscheinungen erkennbar wurden, schien es möglich, dass die Ukraine ihre Souveränität über die Region wieder erlangen könnte. Doch der Kreml entsandte zur Unterstützung der  Rebellen umgehend taktische Gruppen der russischen Armee in Bataillonsstärke. Dagegen hatten die relativ schwachen ukrainischen Truppen nicht die geringste Chance.

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