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Ukraine: die nächste Krise?

Der russische Einmarsch in Georgien hat überall im Westen und im vormals sowjetischen Raum Schockwellen geschlagen – insbesondere in der Ukraine. Tatsächlich könnte die Ukraine der nächste potenzielle Krisenherd sein.

Georgiens zunehmend prowestlicher Kurs – einschließlich seiner wachsenden Verbindungen zur NATO – war und ist Moskau ein Dorn im Auge. Aber er stellte keine ernsthafte Bedrohung für Russlands Sicherheit dar. Georgiens Armee ist klein, schlecht ausgerüstet und der Russlands nicht gewachsen, wie sich im vergangenen Monat überdeutlich gezeigt hat.

Die Integration der Ukraine in die NATO dagegen hätte weit reichende strategische Folgen und wäre das Ende aller russischen Resthoffnungen auf Bildung einer aus Russland, Weißrussland und der Ukraine bestehenden „slawischen Union“ – ein Traum, der noch immer in der Brust vieler Russen schlägt. Sie hätte zugleich wichtige Folgen für die russische Verteidigungsindustrie, insbesondere die Luftverteidigungs- und Raketenproduktion.

Kurz gesagt: Der wahre Quell der Besorgnis und strategischen Existenzangst Moskaus ist die zukünftige politische und sicherheitspolitische Orientierung der Ukraine. Georgien ist im Wesentlichen ein Nebenschauplatz.