British farm in Devon Phil Clarke Hill/Getty Images

Der Brexit und die Landwirtschaft

OXFORD – Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union ist zweifelsohne mit vielen Risiken verbunden. Doch wenn die britischen Politiker und Wirtschaftsführer Recht haben, birgt er zugleich eine wichtige Chance: die Möglichkeit zum Aufbau eines sichereren, umweltfreundlicheren, effizienteren und innovativeren Agrarsektors. Wenn das Vereinigte Königreich es schafft, diese Chance zu ergreifen, könnten die EU, die USA und andere Volkswirtschaften mit stark abgeschotteten Agrarsektoren nachziehen.

Gegenwärtig sind große Teile der britischen Landwirtschaft an die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) gebunden, der vorgeworfen wird, den Sektor in Richtung größerer, stärker industrialisierter und umweltschädlicherer Praktiken zu steuern, und zwar u. a durch ihr Versäumnis, landwirtschaftliche Vielfalt zu unterstützen, und indem sie Zahlungen in Richtung der reichsten Landbesitzer Großbritanniens lenkt. Eine Untersuchung aus dem Jahre 2005 ergab, dass die drei Milliarden Pfund an Subventionen, die das Vereinigte Königreich aus der GAP erhält, überwiegend großen industriellen Agarunternehmen und Lebensmittelherstellern wie Nestlé, Cadbury und Kraft zuflossen.

Wenn es erst einmal von der misslungenen GAP befreit wäre, so argumentieren die Brexit-Befürworter, wäre das Vereinigte Königreich in der Lage, einen konkurrenzfähigeren Agrarsektor aufzubauen, der Landwirten und Arbeitnehmern in der Landwirtschaft besser dient – u. a. durch Verringerung der Abhängigkeit von wettbewerbsverzerrenden Subventionen. Und sie könnten Recht haben. In Neuseeland trug die Abschaffung von Subventionen im Jahr 1984 dazu bei, jene Innovation und Diversifizierung im Agrarsektor in Gang zu bringen, die heute Neuseelands Wirtschaftswachstum antreibt.

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