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Ugandas intelligenter Protektionismus

KAMPALA – An einem milden Nachmittag traf ich Dr. Gilbert Bukenya in seinem Zuhause am Ufer des Viktoriasees, wo wir über die Zukunft der Landwirtschaft in Uganda sprachen. „Wenn wir intelligentere Landwirtschaft betreiben“, meinte er, „können die Ugander nicht nur mehr anbauen, sondern auch mehr Geld verdienen.“

Intelligenter arbeiten ist nicht nur ein leeres Schlagwort; es ist der Schlüssel zur Modernisierung der afrikanischen Landwirtschaft. Bukenya, der dafür eintritt, dass sich Uganda unabhängig mit einheimischen Nahrungsmitteln versorgen kann, möchte, dass die Ugander mehr Reis essen, der in ihrem Land angebaut wurde, um somit die Bauern und Reismüller vor Ort zu unterstützen, während Bargeld für eine bessere Nutzung frei wird. Bukenya wirbt seit langem für eine neue afrikanische Reissorte, die im Hochland wächst (im Gegensatz zu Sumpflandreissorten) und weniger Wasser benötigt.

Die Einführung der neuen Reissorte gehört zum Plan „Intelligenter arbeiten“. Als die Reisproduktion anfing zu expandieren, unternahmen Bukenya und andere ugandische Politiker einen weiteren intelligenten Schachzug. Sie setzten sich erfolgreich für einen Zoll von 75 % auf ausländischen Reis ein, wodurch die Reisproduktion weiter angespornt wurde. Laut Handelsministerium ist die Reisproduktion seit 2004 um das Zweieinhalbfache gestiegen, auf 180.000 Tonnen, wohingegen der Verbrauch von importiertem Reis allein von 2004 bis 2005 um die Hälfte gesunken ist.

Als die ugandischen Importeure die Veränderung bemerkten, investierten sie in neue Mühlen im Land, schafften dadurch Arbeitsplätze und Konkurrenz für die Produktion der Bauern, wodurch sich die Preise verbesserten. Unterdessen senkten die neuen Mühlen die Kosten, um den einheimischen Reis auf den Markt zu bringen, sodass die Verbraucher heute immer noch ungefähr dasselbe für Reis zahlen wie immer.