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Die Türkei - eine Nation verschiedener Glaubensrichtungen

ANKARA – Nach Jahrzehnten der Missachtung und des Misstrauens von offizieller Seite hat die Türkei mehrere Schritte unternommen, um die Rechte der nichtmuslimischen Minderheiten des Landes sicherzustellen und damit die gleichberechtigte rechtsstaatliche Behandlung aller türkischen Bürger, ungeachtet ihrer Religion, ethnischen Zugehörigkeit oder Sprache zu garantieren.  

Zu den religiösen Minderheiten der Türkei zählen griechisch-orthodoxe, armenische, assyrische, kaldäische und andere christliche Glaubensgemeinschaften ebenso wie Juden. Sie alle bilden einen integralen Bestandteil der türkischen Gesellschaft. Als Teil der neuen Initiative der türkischen Regierung, jede Art der Diskriminierung von nichtmuslimischen Gemeinschaften zu beenden, bekräftigte Präsident Abdullah Gül diese Botschaft, indem er den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Istanbul, Bartholomaios, empfing und in Hatay – als erster türkischer Präsident - eine Kirche und eine Synagoge besuchte.

Im August 2009 traf  Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan auf Büyükada, der größten der Prinzeninseln im Marmarameer, mit Oberhäuptern religiöser Minderheiten zusammen und zeigte ein offenes Ohr für ihre Probleme und Sorgen. Das ist ein klares Signal für die Absicht der Regierung, das gesellschaftliche Zugehörigkeitsgefühl dieser Gemeinschaften zu stärken. Als stellvertretender Ministerpräsident  traf ich im März 2010 mit Vertretern der religiösen Minderheiten zusammen und besuchte in den Jahren 2010 und 2011 armenisch-orthodoxe und griechisch-orthodoxe Patriarchate. Auch der türkische Minister für EU-Angelegenheiten,  Egemen Bağış, ist bei verschiedenen Anlässen mit den Oberhäuptern dieser Gemeinschaften zusammengetroffen.  

Jenseits der Etablierung freundlicher Beziehungen zwischen der türkischen Regierung und den religiösen Minderheiten des Landes hinaus, ändert sich auch die offizielle Politik. Im Mai 2010 veröffentlichte Ministerpräsident Erdoğan eine offizielle Erklärung, in der Beamte und Bürger vor jedweder Diskriminierung religiöser Minderheiten gewarnt wurden und in der man die uneingeschränkte Gleichstellung der nichtmuslimischen türkischen Bürger betonte.