Margaret Scott

Der außenpolitische Spagat der Türkei

EAST LANSING, MICHIGAN – Die Türkei hat sich in den vergangenen Wochen zur Speerspitze einer gemeinsamen westlich-arabischen-türkischen Politik entwickelt, die darauf abzielt Präsident Baschar al-Assad in Syrien zum Rücktritt zu zwingen. Das ist eine deutliche Kehrtwende in der türkischen Politik, denn in den vergangenen zwei Jahren hat die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan keine Mühen gescheut, ein gutes Verhältnis zu seinem Nachbarn Syrien zu pflegen, mit dem es durch eine lange gemeinsame Landgrenze verbunden ist.

Auch die Beziehungen der Türkei zu Iran, der als hauptsächlicher Unterstützer des Regimes Assad gilt und die von der Türkei im Rahmen der „Null-Problem-Politik mit Nachbarstaaten“ von Außenminister Ahmet Davutoğlu gepflegt wurden, sind durch den Kurswechsel im Umgang mit Syrien erheblich belastet worden.

Angesichts dieser neuen Spannungen sei daran erinnert, welche Wut noch vor wenigen Monaten bei führenden amerikanischen Politikern über den von ihnen empfundenen Verrat der Türkei geherrscht hat. Ihrer Auffassung nach hatte die Türkei eine Neuausrichtung ihrer Außenpolitik hin zum islamischen Nahen Osten und weg von der westlichen Welt vorgenommen – eine Verlagerung, die sich angeblich in den sich verschlechternden Beziehungen des Landes zu Israel und engeren Beziehungen zu Iran und Syrien widerspiegelte.

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