Newspapers in Tehran on May 9, 2018 headline the US' withdrawal from the nuclear deal ATTA KENARE/AFP/Getty Images

Der Preis der Iran-Politik Trumps

MADRID – Mit der Ankündigung von Präsident Donald Trump, die Vereinigten Staaten werden wieder Sanktionen über den Iran verhängen, ist das kurze, seltsame Leben des Iran-Atomabkommens aus dem Jahr 2015 - formal als gemeinsamer umfassender Aktionsplan bekannt -  in eine neue und gefährliche Phase eingetreten.  

Trump ist der Meinung, dass er mit dem Rückzug aus dem Atomabkommen den Iran unter Druck setzen könne, einem neuen, umfassenderen Abkommen zuzustimmen, das sich nicht nur dem iranischen Atomprogramm widmet, sondern auch den Raketentests, den Menschenrechtsverletzungen und dem provozierenden Verhalten des Landes in der Region. Wie aber Amerikas Partner und Verbündete feststellten, handelt es sich dabei um einen höchst riskanten Schachzug, der auch der Logik des Abkommens widerspricht.

Die Entscheidung, sich aus dem Atomabkommen zurückzuziehen, obwohl sich der Iran an alle Bestimmungen hält, dürfte die Thematisierung des iranischen Atomprogramms erschweren, nicht zuletzt deshalb, weil mit dem amerikanischen Rückzug auch die Position der Hardliner im Iran gestärkt wird. Im weiteren Sinne droht diese Entscheidung der Welt einen neuen und innovativen Ansatz in den Bereichen globaler Governance und multilateraler Diplomatie zu nehmen und das zu einer Zeit, da es derartiger Ansätze dringend bedarf.

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