Drumpf Timothy A. Clary/Getty Images

Trump gegen den Westen

NEW YORK – In weniger als 50 Tagen werden wir wissen, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. Obwohl die demokratische Kandidatin Hillary Clinton in den nationalen Umfragen vorn liegt, scheint es doch knapp zu werden. Das bedeutet, dass ihr republikanischer Gegner Donald Trump durchaus gewinnen könnte. Tatsächlich prüfen US-amerikanische Beobachter gerade, was die ersten 100 Tage der Amtszeit eines Präsidenten Trump mit sich bringen würden. Das Ergebnis stimmt nicht optimistisch.

Mit der Kandidatur von Trump ist die Realität unglaublicher geworden als die Fiktion. Kein Drehbuchschreiber aus Hollywood hätte es gewagt, sich einen Präsidentschaftskandidaten - und erst recht nicht einen Präsidenten - auszudenken, der so lächerlich ist wie Donald Trump. Kevin Spaceys Frank Underwood, die böse und hinterhältige Hauptfigur der amerikanischen Fernsehserie House of Cards, der während der Serie auch nicht vor einem Mord zurückschreckt, sieht im Vergleich dazu wie eine Mischung aus Kant und Lincoln aus.

Trump ist Amerikas Reality-TV-Mussolini. Er ist nicht nur ein Populist und ein isolationistischer Politiker, er ist gleichzeitig auch deren Karikatur. Wenn ihn amerikanische Wähler zum Präsidenten wählen, hätten sie geschafft, was weder die Sowjetunion während des Kalten Krieges noch die islamistischen Fundamentalisten heute geschafft haben: die Untergrabung des demokratischen Systems der einzigen Weltmacht.

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