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Südkorea und das Ende der Glaubwürdigkeit der USA

WASHINGTON, D.C. – Das Bündnis zwischen den USA und Südkorea ist eine der spektakulärsten geopolitischen Erfolgsgeschichten der Nachkriegsjahre. Doch nun ist US-Präsident Donald Trump offenbar entschlossen, auf die wirtschaftlichen und strategischen Vorteile dieser langjährigen Beziehung zu verzichten.

In den 1950er-Jahren hatte das vom Krieg verwüstete Südkorea das drittniedrigste Pro-Kopf-Einkommen, die höchste Inflation und die langsamste Wachstumsrate Asiens. Doch die Behörden führten Anfang der 1960er-Jahre weitreichende Reformen durch und im Lauf der nächsten drei Jahrzehnte entwickelte sich Südkorea zu einem Tigerstaat mit einem Lebensstandard, der es für die Mitgliedschaft in der OECD qualifizierte, dem Club der reichen Länder. Ein Großteil dieses Erfolges war dem Übergang von der Abhängigkeit Südkoreas von ausländischer Hilfe hin zu exportgestütztem Wachstum zu verdanken.

Mitte der 2000er-Jahre begannen Südkorea und die Vereinigten Staaten engere Handelsbeziehungen auszuloten und im März 2012 trat das Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und den USA ‒ kurz KORUS genannt ‒ in Kraft. Obwohl das Freihandelsabkommen quasi in jeder Hinsicht als Erfolg zu werten ist, prangerte es Trump nach seinem Amtsantritt als „furchtbar schlechten Deal“ an und pochte auf Nachverhandlungen.

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