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Hat der politische Einfluss die Fed erreicht?

CAMBRIDGE – Von den frühen 1980er Jahren bis zum Ausbruch der Finanzkrise im September 2008 schien die US-Notenbank einen schlüssigen Prozess zur Anpassung ihres wichtigsten kurzfristigen Zinssatzes, des als Federal Funds Rate bezeichneten Leitzinssatzes der Fed, verfolgt zu haben. Ihre Politik bestand aus drei Schlüsselelementen: der Nominalzinssatz sollte stärker steigen als die Inflationsrate; er würde als Reaktion auf eine Stärkung der Realwirtschaft steigen; und er würde in Richtung eines langfristigen Normalwertes tendieren.

Folglich konnte man den Normalwert aus dem durchschnittlichen Leitzins über die Zeit ableiten. Zwischen Januar 1986 und August 2008 betrug der Leitzins im Schnitt 4,9 Prozent und die durchschnittliche Inflationsrate lag bei 2,5 Prozent (basierend auf dem Deflator für persönliche Konsumausgaben). Das bedeutet, der durchschnittliche reale Zinssatz betrug 2,4 Prozent.

Der normale langfristige Realzins kann als eine sich entwickelnde Zustandsgröße der Realwirtschaft betrachtet werden. Aus der Perspektive der Anleger und Sparer sorgt das wirtschaftliche Gleichgewicht für einen Ausgleich zwischen den Vorteilen eines niedrigen sicheren Realzinssatzes (der Anlegern Kredite zu geringen Kosten bietet) und den Vorteilen eines hohen Realzinssatzes (der den Sparern höhere Erträge sichert).

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