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Donald Trumps magisches Wirtschaftsdenken

WASHINGTON, DC – Donald Trump hat endlich einen detaillierten Wirtschaftsplan vorgelegt. Der von Peter Navarro (einem Ökonomen an der University of California-Irvine) und Wilbur Ross (einem Investor) verfasste Plan behauptet, ein Präsident Trump würde das Wirtschaftswachstum steigern und die Staatsverschuldung zurückführen. Doch beruht der Plan auf Annahmen, die so unrealistisch sind, dass sie von einem anderen Planeten zu stammen scheinen. Würden die USA Trumps Plan tatsächlich übernehmen, wäre das Ergebnis eine unmittelbare, uneingeschränkte Katastrophe.

Im Kern des Plans steht eine sehr große Steuersenkung. Die Verfasser behaupten, dass dies das Wirtschaftswachstum ankurbeln würde, trotz der Tatsache, dass ähnliche Steuersenkungen in der Vergangenheit (zum Beispiel unter Präsident George W. Bush) keine derartige Wirkung hatten. Es gibt zu genau diesem Punkt eine Menge sinnvoller Belege, die alle komplett ignoriert werden.

Der Trump-Plan gesteht zu, dass die Steuersenkung per se die Staatseinnahmen über zehn Jahre um mindestens 2,6 Billionen Dollar verringern würde, und seine Verfasser sind bereit, in diesem Punkt die unparteiische Tax Foundation zu zitieren. Doch behauptet das Trump-Team, dass dies durch ein durch eine wirtschaftliche Liberalisierung ausgelöstes Wirtschaftswunder ausgeglichen würde.

Unglücklicherweise sind ihre Schätzungen der Vorteile der Liberalisierung völlig übertrieben. Ernstzunehmende unabhängige Analysen etwa von der Weltbank oder der OSZE kommen zu dem Ergebnis, dass die USA außerhalb des Finanzsektors keine hohe Regulierungsbelastung aufweisen. In den weithin verwendeten Indikatoren der Weltbank aus ihrer Veröffentlichung Doing Business etwa rangieren die USA weltweit an siebter Stelle – was realistischerweise nicht viel Raum für Verbesserungen lässt.