Skip to main content

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated Cookie policy, Privacy policy and Terms & Conditions

roach105_Chen MengtongChina News ServiceVisual China Group via Getty Images_trump Chen Mengtong/China News Service/Visual China Group via Getty Images

Blindes Einprügeln auf China

NEW HAVEN – In diesem Jahr unterrichte ich in Yale zum zehnten Mal einen Kurs mit dem Titel „Das nächste China“. Der Kurs konzentriert sich auf die beängstigenden wirtschaftlichen Umstellungen, vor denen das moderne China steht. Er fasst das bewegliche Ziel, das sich der Regierung von US-Präsident Donald Trump entzieht, die zielsicher das alte China ins Visier nimmt (ein bequemes Ziel für einen Staatschef, der das alte Amerika wieder auferstehen lassen will). Die mangelnde Kohärenz von Trumps Handels- und Wirtschaftspolitik mit all ihren potenziell gravierenden Konsequenzen für die Weltwirtschaft ist ein destabilisierendes Nebenprodukt dieser Unstimmigkeit.

Mein Kurs setzt an bei der Dringlichkeit der Herausforderungen, die von Deng Xiaoping in den späten 1970er Jahren in Angriff genommen wurden. Sein hautsächlicher Fokus jedoch ist, wie das resultierende chinesische Wachstumswunder Präsident Xi Jinping mit vier zwingenden Anforderungen für Veränderungen konfrontiert: der Umstellung von einem export- und investitionsbedingten Wachstum auf eine Wirtschaft, die zunehmend durch den privaten Binnenkonsum angetrieben wird, der Umstellung von der produzierenden Industrie auf Dienstleistungen, der Umstellung von Ersparnis-Überschüssen auf die Absorption von Ersparnissen, um das von Chinas rapide alternder Mittelschicht so dringend benötigte soziale Netz zu finanzieren, und der Umstellung von importierter auf interne Innovation, die letztlich entscheidend für Chinas Ziel sein wird, bis Mitte dieses Jahrhundert eine „Gesellschaft von bescheidenem Wohlstand“ zu werden.

Das Zusammentreffen dieser vier Herausforderungen wäre für jedes Land beängstigend. Für China mit seiner Mischwirtschaft – dem sogenannten sozialistischen Marktsystem mit einem sich ständig verändernden Machtgleichgewicht zwischen der Kommunistischen Partei und einem dynamischen privaten Sektor – triff dies besonders stark zu. Es ist ganz eindeutig ein äußerst schwieriger Balanceakt.

We hope you're enjoying Project Syndicate.

To continue reading, subscribe now.

Subscribe

Get unlimited access to PS premium content, including in-depth commentaries, book reviews, exclusive interviews, On Point, the Big Picture, the PS Archive, and our annual year-ahead magazine.

https://prosyn.org/g2CrBFsde;