krueger26_Anna MoneymakerThe New York TimesPOOLGetty Images_trump Anna Moneymaker/The New York Times/POOL/Getty Images

Trumps Krieg gegen die öffentliche Gesundheit

WASHINGTON, DC – Die Regierung von US-Präsident Donald Trump steht gewissermaßen im Krieg gegen die menschliche Gesundheit. Neben der Einführung von Exportbeschränkungen und Zöllen auf importierte medizinische Ausrüstung, beabsichtigt das Weiße Haus auch das Budget der US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention ab Oktober um 16 Prozent zu kürzen. Außerdem versuchte Trump der Weltgesundheitsorganisation die Schuld zuzuschieben, nachdem er selbst die Bedrohung durch COVID-19 lange Zeit geleugnet und die Kritik an der Reaktion seiner Regierung zunächst als „neuen Schwindel” der Demokraten abgetan hatte.

Da Viren vor politischen Grenzen nicht haltmachen, können sie weitreichende Externalitäten verursachen, und zwar sowohl für die Wirtschaft als auch für die öffentliche Gesundheit, bei der es sich selbst um ein globales öffentliches Gut handelt. Im Laufe der Zeit haben politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler und andere Experten viel Wissen über Vorbeugung und Behandlung von Viruserkrankungen zusammengetragen. Von entscheidender Bedeutung im Rahmen dieser Anstrengungen waren die Erhebung von Daten und Belegen über die Ausbreitung ansteckender Krankheiten. Im Jahr 1851 kamen Vertreter aus der ganzen Welt in Paris zur Internationalen Sanitätskonferenz zusammen, um sich dem Problem der Cholera zu widmen. Und 1897 wurde eine Konvention zur Eindämmung der Pest unterzeichnet. In den darauffolgenden Jahrzehnten ging das Ausmaß der Ausbrüche beider Krankheiten erheblich zurück.  

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann die WHO gegründet, die als globale Institution für die Erfassung und Weitergabe von Gesundheitsdaten, die Koordinierung der Forschung sowie die Erstellung von Leitlinien für Bereitschaftspläne im Epidemiefall zuständig ist. Dank ihrer Beiträge konnten die jüngsten Epidemien von H1N1 (Schweinegrippe), SARS, MERS und Ebola eingedämmt werden. Doch trotz der Bedeutung der Arbeit der WHO haben die Vereinigten Staaten seit 2018 keinen Vertreter in den Exekutivrat der Organisation entsandt (obwohl Trump letzten Monat schließlich doch seinen beabsichtigten Kandidaten für die Position bekanntgab).

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