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Trumps Schwindel mit der „Währungsmanipulation“

WASHINGTON, DC – Würden Sie die folgende Geschichte glauben, wenn Sie sie hören würden? Stellen Sie sich eine ländliche Kleinstadt mit einem einzigen Laden vor, der an die Bauern der Umgebung verkauft und von ihnen kauft. Aufgrund ihrer großen Familien haben die Bauern im Laden anschreiben lassen, und jetzt schulden sie ihm einen Haufen Geld. Daher organisieren sie eine Protestdemonstration, um zu verlangen, dass der Laden seine Preise für Saatgut, Dünger usw. anhebt und zugleich die Preise, dieer den Bauern für ihr Getreide zahlt, senkt.

Das ist ein offensichtlich absurdes Szenario. Höhere Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel zu zahlen und zugleich weniger für die eigenen Produkte zu erhalten wird den Bauern nicht helfen, ihre Schulden zu bezahlen. Jede der beiden Veränderungen dürfte zu höheren Gewinnen für den Laden und größeren Verlusten für die Bauern und ihre Familien führen.

In dieser widersinnigen Parabel repräsentiert die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Bauern. Indem sie China (oder ein beliebiges anderes Land) der „Währungsmanipulation“ bezichtigt, verlangt die Regierung faktisch, dass die Chinesen ihre Währung aufwerten – d. h., dafür sorgen, dass jeder Renminbi in Dollar mehr kostet.

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