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Was wäre besser als ein steuerlicher Grenzausgleich?

MÜNCHEN – Eines der bedeutendsten Reformvorhaben von US-Präsident Donald Trump betrifft das amerikanische Steuersystem. Seine Administration möchte nicht nur die Gesamtsteuerbelastung verringern, sondern auch das Steuersystem „neu austarieren“, um die inländische Produktion und die Exporte zu fördern. Erreicht werden soll dies mit einer im Zielland zu entrichtenden Cashflow-Steuer, die wir als steuerlichen Grenzausgleich oder Border Adjustment Tax (BAT) bezeichnen können. Leider wären die Risiken einer derart radikalen Reform höchstwahrscheinlich weitaus höher als jeder daraus entstehende Nutzen.

Derzeit unterliegen Unternehmensgewinne in den Vereinigten Staaten einem Steuersatz von 35 Prozent. Das ist ein im internationalen Vergleich hoher Wert (obwohl zahlreiche Abzugsmöglichkeiten und Schlupflöcher bestehen); und deshalb wollen die Republikaner im Kongress und manche von Trumps Beratern diese Körperschaftssteuer im Wesentlichen durch eine der BAT ähnlichen Cash-Flow-Steuer ersetzen.

Im Rahmen dieses Plans würden importierte Waren und Dienstleistungen mit 20 Prozent besteuert, während Ausfuhren von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen und daher überhaupt nicht besteuert würden. Bleibt der Dollar stabil, würden die Kosten der Importe in die USA um 20 Prozent ansteigen und amerikanische Exporteure kämen gegenüber einheimischen Herstellern in den Genuss einer Steuersubvention.

Die Verfechter einer BAT aus dem Cashflow argumentieren, dass man damit lediglich gerechtere Verhältnisse schaffen würde, weil die meisten Handelspartner Amerikas die von ihnen auf exportierte Güter und Dienstleistungen erhobene Umsatzsteuer rückerstatten. Das ist allerdings ein falscher Vergleich. Bei diesen Rückerstattungen handelt es sich nicht um eine versteckte Subvention, sondern um den logischen Teil eines auf das Zielland abgestellten Steuersystems, im Rahmen dessen Steuern dort erhoben werden, wo die Ware konsumiert wird.