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Steht Amerika vor einer Wave Election?

WASHINGTON, DC – Nun, da die Welt gebannt auf die diesjährigen Präsidentenwahlen in den Vereinigten Staaten blickt, ist das Rennen um das US-Repräsentantenhauses und den Senat größtenteils aus dem Fokus geraten. Doch das Ergebnis der Kongresswahlen könnte die Agenda des nächsten Präsidenten entscheidend beeinflussen.

Trotz all der Macht, über die ein Präsident in den USA verfügt, bestimmt der 100 Mitglieder umfassende Senat über das Schicksal internationaler Verträge sowie jenes der Kandidaten- und Gesetzesvorschläge des Präsidenten. Das aus 435 Abgeordneten bestehende Repräsentantenhaus verfügt nicht über so viel Macht wie der Senat. Hätte allerdings eine Partei die Kontrolle über das Weiße Haus, den Senat und das Repräsentantenhaus, wäre es möglich, den Stillstand, der die Regierungsführung in den USA in den letzten Jahren schwächte, größtenteils zu überwinden.

In den USA wird bei Wahlen nicht entlang der Parteilinien abgestimmt, weswegen die Wähler eine Partei entweder abstrafen (in der Regel jene, die sich an der Macht befindet), indem sie gegen alle ihre Kandidaten stimmen; oder eine einzige Partei unterstützen; oder ihre Stimme aufteilen und für den Präsidentschaftskandidaten der einen Partei und für die Kongresskandidaten der anderen Partei stimmen.

Die Dinge sind in Bewegung geraten, seit die Washington Post eine 11 Jahre alte Tonbandaufnahme zutage förderte, auf der zu hören ist, wie sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump seiner sexuellen Aggressivität brüstet. Damit haben sich nicht nur die Chancen der Demokraten auf die Mehrheit im Senat verbessert, sondern auch ihre Aussichten, das Repräsentantenhaus wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.