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Trumps Fiasko

WASHINGTON, DC – Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat seine Wahlkampforganisation erneut radikal umgebaut. Damit gibt er über sich und seinen so genannten Management-Stil mehr preis, als er vielleicht möchte. In wenigen Präsidentschaftswahlkämpfen standen Chaos und Personalrochaden so offenkundig im Vordergrund.

Nun stehen zwei Personen an der Spitze seines Wahlkampftrosses, die noch nie zuvor einen Wahlkampf geleitet haben und deren politische Instinkte im Widerspruch zueinander stehen.

Trumps neue Wahlkampfleiterin, Kellyanne Conway, ist Meinungsforscherin.

Sie erhob jahrelang Umfragedaten aus dem Mainstream der republikanischen Rechten (der rechte Flügel dieser Partei ist „Mainstream“, weil sich die Mitte im Wesentlichen aufgelöst hat).  Während der Vorwahlen der Republikaner war sie für jenes „Super-PAC“ tätig, das Trumps erbitterten Rivalen Ted Cruz unterstützte. Conway ist eine kluge, starke Parteigängerin, von der man erwartet, dass sie dem Wahlkampf ein beständiges und sensibleres Element verleiht. Behält sie die Oberhand – und Trump gelingt es, Linie zu halten – werden wir es mit einem sachlicheren republikanischen Kandidaten zu tun bekommen.