Trump with plane Jeff Swensen/Stringer

Asiens Vorbereitungen auf Trump

CANBERRA – Ganz gleich, ob sich Amerikas designierter Präsident Donald Trump im Amt besser benimmt als im Wahlkampf oder nicht: Amerikas weltweite Autorität hat schon jetzt schwer gelitten, nicht zuletzt bei seinen Verbündeten und Partnern in Asien.

Die Ausübung von Soft Power – also die Führung durch das eigene demokratische und moralische Beispiel – wird für Trump nicht einfach angesichts der Verachtung, die er für die Wahrheit, rationale Argumente, grundlegenden menschlichen Anstand und rassische, religiöse und geschlechtliche Unterschiede gezeigt hat. Gar nicht zu reden davon, dass er gar nicht von einer Mehrheit der Wähler gewählt wurde. Und was die Ausübung harter Macht angeht – d. h., zu tun, was erforderlich ist, um ernsten Herausforderungen an Frieden und Sicherheit begegnen – so wird angesichts der Tatsache, dass nahezu jede seiner Wahlkampfaussagen entweder absolut widersprüchlich oder schlicht alarmierend war, kaum jemand auf Trumps Urteilsvermögen vertrauen.

In Asien Sicherheit, Stabilität und Wohlstand zu wahren erfordert ein durch Zusammenarbeit geprägtes Umfeld, in dem Länder ihre nationalen Interessen durch Partnerschaften und nicht durch Rivalitäten durchsetzen und frei miteinander Handel treiben. Der einzige Grund für Zuversicht an dieser Front nach Trumps Wahlsieg ist, dass Trump möglicherweise keines seiner Wahlversprechen halten wird – wie etwa, einen Handelskrieg mit China vom Zaun zu brechen, Bündnisverpflichtungen nicht einzuhalten und eine nukleare Aufrüstung Japans und Südkoreas zu unterstützen.

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