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Handel: der Weg aus der Krise

GENF – Der Welthandel ist 2009 so stark geschrumpft, wie wir es seit der Großen Depression nicht mehr erlebt haben, und die Menschen, die dafür den höchsten Preis bezahlen, sind diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können. Beim Treffen der Handelsminister der 153 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation in Genf Ende des Monats wird deshalb die Frage, wie die WTO und das globale Handelssystem den ärmsten Ländern helfen können, weit oben auf der Tagesordnung stehen.

Vor allem aufgrund der einbrechenden Binnennachfrage und Produktionsmengen, aber auch wegen des Mangels an erschwinglicher Handelsfinanzierung wird das Handelsvolumen in diesem Jahr um über 10 % fallen. Ob der Handel sich nächstes Jahr erholt, ist eine offene Frage. Trotz einiger Hinweise darauf, dass die Handelsvolumen während des Sommers gestiegen sind, ist die Erholung ungleichmäßig verlaufen und so zerbrechlich, dass ein plötzlicher Schock an den Aktien- oder Währungsmärkten das Vertrauen von Verbrauchern und Wirtschaft wieder untergraben könnte, was zu einer weiteren Minderung der Handelsvolumen führen würde.

Die ärmsten Länder der Welt leiden am meisten Not, wenn der Handel erschlafft. Sie verfügen nicht über den Luxus, Konjunkturprogramme zusammenschnüren oder notleidende Industrien retten zu können, um den Schock abzufedern, den die Wirtschaftskrise verursacht hat. Für sie stellt der Handel einen großen Teil der Gesamtwirtschaftsaktivität dar und ist zweifellos der beste Weg, um sich aus einer Krise herauszuarbeiten, die sie hart getroffen hat.

Ironischerweise ist der Handel genau in dem Moment zusammengebrochen, als diese Länder auf den weltweiten Märkten zunehmend aktiv wurden – ihre Exporte sind in diesem Jahrzehnt um über 20 % gestiegen. Für Nationen, die vom Handel abhängig sind, war der steile Exporteinbruch in diesem Jahr erdrückend. Seit dem Beginn der Krise sind die Exporteinnahmen der ärmsten Länder der Welt um 26,8 Milliarden US-Dollar bzw. 44 % gefallen.