0

Heilung der Wirtschaft

NEW YORK: Der wirtschaftlich Abschwung, der 2007 begann, hält weiter an, und die Frage, die sich alle stellen, ist offensichtlich: Warum? Ohne ein besseres Verständnis der Ursachen der Krise können wir keine effektive Erholungsstrategie umsetzen. Und bisher haben wir weder das Eine noch das Andere.

Man hat uns erzählt, dass dies eine Finanzkrise sei, also haben sich die Regierungen auf beiden Seiten des Atlantiks auf die Banken konzentriert. Man hat uns Konjunkturprogramme als vorübergehendes Schmerzmittel verkauft, dass erforderlich sei, um die Lücke zu überbrücken, bis sich der Privatsektor erholt und die private Kreditvergabe wieder einsetzt. Doch während die Banken inzwischen wieder rentabel sind und erneute fette Boni zahlen, hat sich die Kreditlage nicht erholt, trotz auf ihren Tiefstständen verharrenden langfristigen und kurzfristigen Zinsen.

Die Banken behaupten, dass die Kreditvergabe aufgrund des Mangels an kreditfähigen Darlehensnehmern beschränkt bleibe, was an der kranken Wirtschaft läge. Und wichtige Daten deuten darauf hin, dass dies zumindest teilweise stimmt. Schließlich sitzen die Großunternehmen auf Billionen an Bargeld; also ist es nicht der Geldmangel, der sie von Investitionen und Einstellungen abhält. Einige – vielleicht sogar viele – Kleinunternehmen freilich sind in einer ganz anderen Lage: Ohne Finanzmittel können sie nicht wachsen, und viele sind sogar gezwungen, zu schrumpfen.

Trotzdem liegen die Unternehmensinvestitionen insgesamt – lässt man den Bausektor einmal beiseite – inzwischen wieder auf 10% vom BIP gestiegen (gegenüber 10,6% vor der Krise). Angesichts der großen Überkapazitäten bei den Immobilien wird das Vertrauen sein Vorkrisenniveau nicht so bald wieder erreichen, egal, was man auf dem Bankensektor tut.