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Zeit, um auf den Euro zu warten

Am 14. September werden die Schweden über einen Beitritt zum Euro entscheiden. Aus heutiger Sicht wird eine Mehrheit dagegen stimmen. Für Euro-Befürworter ist das ein Rätsel. Ist der Euro denn nicht erfolgreich, wo er doch gegenüber dem Dollar immer stärker wird? Warum sollte Schweden nicht an dieser Erfolgsgeschichte teilhaben?

Niemand zweifelte jemals daran, dass der Euro als Währung akzeptiert - oder, im Jargon der Ökonomen ausgedrückt, dass der Euro ein wichtiges ``Zahlungsmittel'' oder sogar eine gute ``Wertanlage'' werden würde. Währungen sind aber kein Selbstzweck, sie sind ein Mittel - für ein stärkeres, stabileres Wachstum.

Ob der Euro - samt den dazugehörigen Institutionen wie der unabhängigen Europäischen Zentralbank (EZB), die sich vornehmlich auf die Inflation konzentriert - ``gut'' oder ``schlecht'' ist, sollte anhand seiner Wirkung für die Wirtschaft beurteilt werden, ob er also zu schnellerem, stabilerem Wachstum führt. Wird er auf dieser Grundlage beurteilt, würde man im günstigsten Fall zu dem Schluss kommen, dass eine definitive Entscheidung darüber noch aussteht. Im schlimmsten Fall wäre zu sagen, der Euro hat diese erste Bewährungsprobe nicht bestanden.

Seit der Einführung des Euro vor viereinhalb Jahren ist das Wirtschaftswachstum im Euroland trostlos und die Aussichten für die nächste Zukunft verheißen keine Änderung. Allgemein wurde jedoch erwartet, dass mit dem Euro das Wirtschaftswachstum aufgrund geringerer Zinssätze und damit verbundener Investitionsanreize angekurbelt wird. In manchen Ländern ist dies auch eingetreten, aber nicht in Gesamteuropa.