0

Zeit, Chávez die Stirn zu bieten

MEXIKO CITY – Anfang September sorgten die größten Unternehmen Kolumbiens allseits für Überraschung, als sie Präsident Alvaro Uribe ihre volle Unterstützung in dem sich zuspitzenden Konflikt mit Venezuela zusicherten. Diesen riesigen Exportmarkt zu verlieren amp#45;amp#45; nun, das wäre einfach zu schlimm.

Kolumbiens Exporteure von fast allem, was Venezuela kauft – von Toilettenpapier über Benzin, Obst und Gemüse bis zu Milch und Fleisch –  gaben ihrem Präsidenten grünes Licht, dem venezolanischen Präsidenten nun die Stirn zu bieten, anstatt ihm weiterhin die andere Wange hinzuhalten, wie man es von Uribe seit seinem Amtsantritt vor acht Jahren verlangt.

Venezuela war für die kolumbianischen Exporteure zu einer wunderbaren Geschäftschance geworden. Venezuela produziert nämlich so gut wie nichts mehr (außer Öl), hat einen hoch subventionierten offiziellen Wechselkurs und nimmt riesige Summen an Petrodollars ein, mit denen man alles aufkauft, was sich in Sichtweite befindet. Während die kolumbianischen Behörden gezwungen waren, sich mit Chávez’ wiederholten Verunglimpfungen, Einmischungen in innere Angelegenheiten, seinen massiven Waffenkäufen und diplomatischen Eklats auseinanderzusetzen, profitierte die Wirtschaft und zwang die Regierung Kompromisse einzugehen. Bis jetzt hat die  kolumbianische Regierung dies auch getan. 

Die Zögerlichkeit der kolumbianischen Geschäftswelt gegen Chávez aufzustehen, könnte die letzte Hürde für Uribe, die USA und eine Handvoll lateinamerikanischer Demokratien gewesen sein, die es zu überwinden galt, bevor man sich gegen Chávez zur Wehr setzt. Es war auch höchste Zeit.