Drei Wege für verschuldete Demokratien

CHICAGO – Für demokratische Regierungen gibt es keinen Anreiz, Entscheidungen zu treffen, die kurzfristig Kosten verursachen, aber langfristig Gewinne bringen – das typische Muster für jede Investition. Um solche Investitionen zu tätigen, sind die Demokratien in der Tat auf eine mutige Führung oder auf eine Wählerschaft angewiesen, die begreift, wie teuer das Aufschieben schwieriger Entscheidungen ist.

Eine mutige Führung ist selten. Ebenso eine informierte und engagierte Wählerschaft, da der Expertenrat, der den Wählern angeboten wird, selbst so verwirrend ist. Ökonomen verschiedener Überzeugungen finden es bei jeder politischen Entscheidung schwierig, einen Konsens hinsichtlich ihrer Notwendigkeit zu erreichen. Als Beispiel braucht man nur an die Kakophonie von Argumenten zu staatliche Ausgaben zu denken: Sind sie das Einzige, was die Depression in Schach hält, oder treiben sie uns beständig weiter ins Verderben? Die Debatte führt zu keiner Einigung, gemäßigte Wähler wissen nicht, was sie glauben sollen, und die politischen Entscheidungen folgen letztendlich dem Weg des geringsten Widerstands – bis nichts mehr geht.

Diese Art von Rechnung spiegelt sich in der Zunahme der Staatsschulden in den Industrieländern wider (die lange bevor die Große Rezession sie auf ein nahezu unhaltbares Niveau schnellen ließ, schon rasch gestiegen waren). Die Öffentlichkeit belohnt demokratische Regierungen dafür, mit dem Verlustrisiko fertigzuwerden, das durch die Wettbewerbsmärkte verursacht wird – egal, ob sie dazu Geld ausgeben, um Arbeitsplätze zu schaffen, oder Banken retten, in deren Bilanzen fragwürdige Wertpapiere auftauchen.

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