Europas nächster großer Fehler

PRINCETON – Beim Aufbau der europäischen Währungsunion haben die Politiker nicht alle möglichen Folgen durchdacht, was zu großen Konstruktionsfehlern führte. Schlimmer noch, sie scheinen aus dieser Erfahrung nichts gelernt zu haben, da sie im Begriff sind, denselben Ansatz auf das politische Gegenstück der Währungsunion anzuwenden.

Die Logik der Finanzkrise treibt die Europäer in Richtung stärkerer Integration, was neue Mechanismen politischen Ausdrucks erfordert. Lang vor der Krise wurde die Europäische Union weitgehend so gesehen, als leide sie unter einem “demokratischen Defizit”. Jetzt, wo viele Europäer der EU die Schuld an den schmerzhaften Sparprogrammen geben, haben sich diese Beschwerden noch verstärkt – und Europas führende Politiker glauben, sie müssten dieses Problem nun angehen.

Leider steht Europa vor einem neuen Defizit: einem Mangel an politischer Führung. Zu den charismatischen Figuren der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts – Churchill, Adenauer und de Gaulle – gibt es heute keine Entsprechung. Die Bürger bringen die EU vor allem mit bürokratischer Langeweile und technokratischer Rationalität in Verbindung.

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