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Die schlimmste aller Welten

KOPENHAGEN – Haben Sie bemerkt, dass Umweltaktivisten nicht nur fast immer behaupten, dass es die globale Erwärmung gibt und dass sie schädlich ist, sondern auch dass das, was wir erleben, sogar noch schlimmer als erwartet ist?

Das ist eigenartig, da man nach einem vernünftigen Verständnis des wissenschaftlichen Prozesses erwarten würde, dass wir, während wir mehr Wissen sammeln, herausfinden, dass die Dinge manchmal schlimmer und manchmal besser sind, als wir erwartet haben, und die wahrscheinlichste Verteilung ungefähr 50-50 beträgt. Umweltaktivisten sehen diese Verteilung jedoch nahezu ohne Ausnahme als 100-0 an.

Wenn wir andauernd nur in einer Richtung überrascht werden, wenn unsere Modelle von einer sich ständig verschlimmernden Realität eingeholt werden, heißt das nichts Gutes für unseren wissenschaftlichen Ansatz. Man kann sogar argumentieren, dass die Modelle selbst wahrscheinlich nicht stimmen, wenn sie ständig falsche Resultate liefern. Und wenn wir unseren Modellen nicht trauen können, können wir nicht wissen, welche politische Entscheidung wir treffen sollen, wenn wir etwas wirkungsvoll verändern wollen.

Doch wenn uns neue Fakten permanent zeigen, dass die Folgen des Klimawandels immer schlimmer werden, könnten hoch gesinnte Auseinandersetzungen über wissenschaftliche Methoden nicht so viel Gewicht haben. Das scheint auf jeden Fall die vorherrschende Meinung in den Publikationen zur globalen Erwärmung zu sein. Es ist wieder schlimmer, als wir dachten, und trotz unserer fehlerhaften Modelle setzen wir darauf, dass wir wissen, was wir tun müssen: die CO2-Emissionen dramatisch reduzieren.