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Der Antikorruptionskampf der Weltbank geht weiter

Die jüngsten Turbulenzen um Paul Wolfowitz’ Rücktritt als Präsident der Weltbank unterstreichen die Notwendigkeit, die Kampagne der Bank für gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung voranzutreiben. Das sollte nicht nur um der Bank selbst willen geschehen, sondern vor allem für die Armen in den Entwicklungsländern, deren Zugang zu öffentlichen Diensten und Chancen auf ein besseres Leben durch schlechte Regierungsführung und Korruption beschränkt wird.

Von mancher Seite war zu hören, der Rücktritt des Präsidenten wäre eine Folge des allzu großen Aufsehens seiner Antikorruptionskampagne gewesen. Das stimmt einfach nicht. Die Krise an der Spitze der Weltbank war keineswegs Ausdruck eines nachlassenden Engagements für die Weltbank-Kampagne durch die Mitarbeiter der Bank, der Länder und der Mitglieder, mit denen wir zusammenarbeiten. Im Gegenteil: Diese Kampagne gegen Korruption und für gute Regierungsführung bleibt unabhängig von der Person an der Spitze der Institution bestehen.

Die Weltbank begann ihre Bemühungen zur Verbesserung der Regierungsführung und Bekämpfung der Korruption vor zehn Jahren. Der damalige Weltbankpräsident James Wolfensohn brach das Tabu und bezeichnete die bis dahin totgeschwiegene Korruption als „Krebsgeschwür“ und als die größte Belastung für die Armen in den Entwicklungsländern.

In den letzten zehn Jahren wurden die Bestrebungen um gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung von Regierungen, Zivilgesellschaften, dem privaten Sektor und der internationalen Gemeinschaft als prioritäres Ziel betrachtet. Dies fand auch in der Kreditvergabe der Weltbank seinen Ausdruck. Die Kredite der Bank, die auf verbesserte Regierungsführung und ähnliche Bereiche abzielen, erreichen heute eine Höhe von ungefähr 4,5 Milliarden Dollar oder beinahe 20 % der gesamten Kreditvergabe.