Dean Rohrer

Der Ärger mit der libertären Bevormundung

CHICAGO – Gegen Bevormundung durch die Regierung gibt es viele Argumente: Abgesehen davon, dass dadurch individuelle Wahlmöglichkeiten begrenzt werden (beispielsweise die Wahl, angesichts der aktuellen Debatte über das Gesundheitssystem in den Vereinigten Staaten unversichert zu bleiben) und Individuen davon abgehalten werden, zu lernen, zeigt die Geschichte immer wieder, dass die konventionelle Ansicht, die in der Gesellschaft vorherrscht, falsch ist. Und da Regierungen üblicherweise versuchen, konventionelle Ansichten zu fördern, kann dies schlimme Folgen haben, die durch die steuernde – und zwangsweise durchgesetzte – Macht des Staates noch verstärkt werden.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Regulierung des Finanzbereichs, die in vielerlei Hinsicht eine Form von Bevormundung ist. In den USA wurden Vorrangstranchen hypothekenbesicherter Wertpapiere mit ihrer geringen Risikoeinschätzung zu attraktiven Investitionsinstrumenten für Banken, da sie eine relativ hohe Rendite erzielten. Aber im Gegensatz zur damals vorherrschenden konventionellen Ansicht stellten sie sich als alles andere als sicher heraus. Und da die Regulierungsbehörde sie für sicher erklärt hatte, haben viele Banken zu stark in sie investiert, was sie zu dem Zeitpunkt, als alle Banken sie gleichzeitig verkaufen wollten, noch riskanter machte.

Weitere Beispiele für die Gefahr der Steuerungsmacht der Regierung gibt es viele. Wenn ich in die Innenstadt von Chicago fahre, komme ich an einer Reihe von Hochhausprojekten vorbei, die damals als Wundermittel gegen Obdachlosigkeit, Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität angesehen wurden. Heute werden sie als die beste Methode angesehen, viele dieser Übel zu konzentrieren und fortzusetzen.

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