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Die glorreiche Rückkehr des John Maynard Keynes

NEW YORK – Wir sind jetzt alle Keynesianer. Selbst der rechte Flügel in den Vereinigten Staaten hat sich dem keynesianischen Lager mit ungezügelter Begeisterung und in einem Maße angeschlossen, das früher wahrhaft unvorstellbar gewesen wäre.

Für diejenigen unter uns, die eine gewisse Verbindung zur keynesianischen Tradition für sich beanspruchten, ist dies ein Moment des Triumphs, nachdem sie über drei Jahrzehnte lang in der Wildnis zurückgelassen, ja beinahe gemieden wurden. In einer Hinsicht ist das, was derzeit passiert, ein Triumph des Verstands und der Beweise über Ideologie und Interessen.

Die Wirtschaftstheorie hatte seit Langem erklärt, warum unbehinderte Märkte nicht selbstkorrigierend waren, warum Regulierung notwendig war und warum die Regierung in der Wirtschaft eine wichtige Rolle zu spielen hatte. Doch viele, insbesondere Leute, die für die Finanzmärkte arbeiteten, forcierten eine Art „Marktfundamentalismus“. Die daraus resultierende, irrige Politik, die unter anderem von einigen Mitgliedern aus dem Team des designierten US-Präsidenten Barack Obama vorangetrieben wurde, hatte früher Entwicklungsländern gewaltige Kosten auferlegt. Der Moment der Erleuchtung kam erst, als diese Politik anfing, auch den USA und anderen weitentwickelten Industrieländern Kosten aufzubürden.

Keynes behauptete nicht nur, dass die Märkte nicht selbstkorrigierend sind, sondern dass geldpolitische Maßnahmen bei einem schweren Konjunkturrückgang wahrscheinlich wirkungslos wären. Da war die Fiskalpolitik gefragt. Doch sind nicht alle fiskalpolitischen Maßnahmen gleichwertig. Im heutigen Amerika mit seinem Überhang an Haushaltsschulden und der hohen Unsicherheit sind Steuersenkungen wahrscheinlich wirkungslos (genau wie in Japan in den 1990er Jahren). Ein großer Anteil, wenn nicht das meiste, der US-Steuersenkungen im letzten Februar wurde in Ersparnisse umgewandelt.