Skip to main content

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated Cookie policy, Privacy policy and Terms & Conditions

Die drei schwedischen Modelle

Schwedens Wirtschafts- und Sozialsystem, manchmal auch als das „schwedische Modell“ bezeichnet, wird vielfach entweder als Idealfall oder als Abnormalität dargestellt. Allerdings unterlag das schwedische System vielen Veränderungen. Eigentlich könnte man sagen, dass es seit dem späten 19. Jahrhundert schon drei verschiedene schwedische „Modelle“ gegeben hat.

Das erste Modell wurde von ungefähr 1870 bis in die 1960er Jahre praktiziert. Während dieser „liberalen“ Periode sorgte der Staat für eine stabile marktunterstützende Gesetzgebung, für Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur. Noch im Jahr 1960 entsprachen sowohl die staatlichen Gesamtausgaben (als Anteil am BIP) als auch die Gewinnverteilung in ihrer Höhe etwa den US-amerikanischen Werten dieser Zeit. Während dieser fast ein Jahrhundert andauernden Phase entwickelte sich Schweden, gemessen am BIP pro Kopf, von einem der ärmsten westlichen Länder zum drittreichsten Land. Mit anderen Worten: Schweden wurde schon ein reiches Land bevor der höchst großzügige Wohlfahrtsstaat ins Leben gerufen wurde.

Die zweite Phase dauerte von 1960 bis 1985. Während dieser Zeit wurde zwar das Freihandelsregime aus der liberalen Periode beibehalten – tatsächlich wurde es durch die verschiedenen Runden der globalen Handelsliberalisierung noch verstärkt – aber der vorherrschende Impuls war die Schaffung eines großzügigen Wohlfahrtsstaates. In den späten 1980er Jahren erreichten die staatlichen Gesamtausgaben 60-65 % des BIP, während sie sich im Jahr 1960 auf 30 % des BIP beliefen. Außerdem erreichten die Grenzsteuersätze für die meisten Vollzeitbeschäftigten 65-75 %. Im Jahr 1960 lag dieser Wert bei 40 % (einschließlich sämtlicher Steuern auf Haushalte).

We hope you're enjoying Project Syndicate.

To continue reading, subscribe now.

Subscribe

Get unlimited access to PS premium content, including in-depth commentaries, book reviews, exclusive interviews, On Point, the Big Picture, the PS Archive, and our annual year-ahead magazine.

https://prosyn.org/f7VtUghde;
  1. mahroum18_HAIDAR HAMDANIAFP via Getty Images_iraqprotestfire Haidar Hamdani/AFP via Getty Images

    The Arab World Needs a Brexit Debate

    Sami Mahroum

    The Arab world has witnessed at least one big Brexit-like event every decade since 1948 – and these political, economic, and social ruptures never seem to heal. The impact of these self-inflicted disasters is now painfully evident, and ongoing street protests in several countries suggest that a moment of reckoning may have arrived.

    0
  2. lhatheway7_Claudio Santistebanpicture alliance via Getty Images_ECBFedLagardePowell Claudio Santisteban/picture alliance via Getty Images

    Restoring Central Banks’ Credibility

    Larry Hatheway

    The old central-bank playbook of slashing interest rates to spur consumption, investment, and employment has become less effective since the 2008 financial crisis. Yet without effective tools and the public's confidence, central banks will be unable to rise to the occasion when the next recession arrives.

    0
  3. fischer163_action press-PoolGetty Images_natoflagsoldiers Action Press-Pool/Getty Images

    The Day After NATO

    Joschka Fischer

    French President Emmanuel Macron has drawn criticism for describing NATO as brain dead and pursuing a rapprochement with Russian President Vladimir Putin. But now that a wayward America could abandon the continent at any moment, Macron's argument for European defense autonomy is difficult to refute.

    9