Dreimal schlecht vertreten

Vor zwei Jahren verkündete die kommunistische Partei Chinas (KPC) ihr neues ideologisches Credo unter dem Titel "Die drei Vertretungen". Was für ein Glück, dass die heiligste, allumfassendste und mächtigste Doktrin Chinas, die auf den drei Eckpfeilern der "Interessen der Mehrheit des Volkes, der "fortschrittlichen Kultur" und der "fortschrittlichen Produktivkräfte" basiert, eine politische Partei gefunden hat, die sie vertritt. Ein Glück fürwahr, aber nur für die KPC und nicht für China und sein Volk.

Von den "drei Vertretungen" gibt es mehrere offizielle Versionen und in jeder kommen die Ausdrücke "allzeit", "China" und "Vertretung" vor. Ihre Bedeutung ist völlig klar. Andererseits sind auch Ausdrücke wie "die Mehrheit der Bevölkerung", "fortschrittliche Kultur" und "fortschrittliche Produktivkräfte" darin zu finden, die ebenso wie zahlreiche andere Formulierungen sehr vage sind und das vielleicht mit voller Absicht.

Der Hausverstand sagt einem, dass zur "Mehrheit der Bevölkerung", die von der KPC vertreten werden soll, auch die Arbeiter gehören. Die KPC hat sich von den Arbeitern allerdings schon vor langer Zeit abgewandt. Wieviele haben im letzten Monat ihre Arbeit verloren? Wieviele wurden in die Frühpension gedrängt? Wieviele Bergwerksunfälle gab es? Wieviele Arbeiter protestierten? Wer inhaftierte die Organisatoren dieser Proteste? Die "Vertreter der drei Vertretungen" weigern sich, darüber Auskunft zu geben. Protestierende Arbeiter sind "aufrührerisch" und wer über solche Vorkommnisse berichtet ist "antirevolutionär".

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